Unterrichtsblöcke zum Thema «Suizid»

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Lektion I «Was ist Suizid?»
Lernziele:
Die Schülerinnen und Schüler sollen:
- die Begriffe «Selbstmord», «Freitod», «Selbsttötung» und «Suizid» kennenlernen, voneinander abgrenzen und darstellen,
- darlegen, was sie mit den Begriffen verbinden,
- erfahren, dass Suizid ein Tabuthema ist

Arbeitsart Lektionsablauf Didaktische,
pädagogische
Überlegungen
Materialien
Gruppen Fragen für eine Diskussion:
- «Kennt ihr jemanden, der sich selbst getötet hat?»
- «Kennt ihr Gründe?»
- «Wer hat im Verlauf der Geschichte Suizid begangen?»
(Kleopatra, van Gogh, Kleist, Hemingway, Kurt Cobain [Sänger der Gruppe «Nirvana» Anhang 1])
Lehrer-
vortrag
Erklärung der einzelnen Begriffe, deren Bedeutung und Bewertung:
- «Selbstmord»: Kein gutes Wort, da sich niemand selbst ermordet. Mord setzt böswillige Absicht und Hinterlist voraus.
- «Freitod»: Auch nicht so gut, da sich ein Mensch mit suizidalen Absichten nicht «freiwillig» tötet. Es besteht ein innerer Zwang.
- «Selbsttötung» und «Suizid» sind bessere Wörter. (Siehe auch Anhang 2.)
Wandtafel
Diskussion Es werden folgende Behauptungen an die Wandtafel geschrieben und diskutiert:
1. Die Schweiz hat eine der höchsten Suizidraten der Welt.
2. Die meisten Suizide werden in den Monaten Mai und Juni begangen.
3. Suizid gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen.
4. Es gibt etwa doppelt so viele Suizidtote, wie Verkehrstote.
5. Suizid ist bei den Menschen zwischen 15 und 35 die zweithäufigste Todesursache.
6. Es gibt eine Zunahme der Suizide in allen Altersgruppen.
7. Auch im Kindesalter kommen Suizide vor.
(Erklärungen finden sich unter Anhang 3.)

Anhang 1 Curt Cobains Suizid hat sich auch wie die meisten anderen Suizide im Voraus angekündigt. So sah man ihn einige Wochen vorher auf einem Foto in der Zeitung mit einem Gewehrlauf im Mund. Er hat sich nach jahrelangen chronischen Depressionen das Leben genommen. Was ihm leider einen gewissen Kultstatus mitbrachte und so einige Suizide nachzog (Heroisierung).
Anhang 2 Bis 1984 wurden «Selbstmörder» nach katholischem Glauben nicht auf dem Friedhof begraben, da sie gegen das 6. Gebot verstiessen: «Du sollst nicht töten.»

Diese Übersetzung entspricht aber nicht dem Urtext, welcher richtig übersetzt «Morde nicht!» bedeutet. Bis ins frühe Mittelalter war Selbsttötung im Christentum eine häufig vorkommende Art, aus dem Leben zu scheiden. Um dem Einhalt zu gebieten wurde, verbot die katholische Kirche (damals waren noch alle Christen katholisch!) den "Selbstmord", indem sie das 6. Gebot dahingehend übersetzten und deuteten. Der Suizid wurde somit zur Sünde.

In der Bibel finden sich einige Fälle von Suizid. Diese werden in keiner Weise negativ gewertet.

Anhang 3 1. Das ist richtig. Eine markant höhere Suizidrate findet sich nur in Ungarn, wo es üblich ist, dass sich ältere Menschen, bevor sie der Familie zur Last fallen, selber das Leben nehmen.

2. Das ist richtig. Die meisten Suizide werden nicht in den Herbst- oder Wintermonaten verübt, wie man vielleicht vermuten würde («Winterdepression»). In den Sommermonaten, wenn die meisten Menschen fröhlich oder verliebt sind, fühlt sich der Suizidgefährdete allein.

3. Das ist richtig.

4. Das ist richtig.

5. Das ist richtig.

6. Das ist so nicht richtig. Die Suizidraten sind starken Schwankungen über die Jahre und in den verschiedenen Altersgruppen unterworfen.

7. Auch im Kindesalter gibt es Suizide, sie werden vielfach aber nicht als solche registriert. Sie gelten häufig als Unfälle (Trinken von Gift, Fall aus dem Fenster, Erstechen mit einem Messer etc.). Ein amerikanischer Richter legte einmal fest, dass es keinen Selbstmord von Kindern unter 12 Jahren gäbe, so werden alle als Unfälle behandelt.


Anhang 2 und teilweise Anhang 3 nach AEBISCHER-CRETTOL, E. (unveröffentlicht)

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